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Exophthalmus – Ursachen, Diagnose und Therapie

Exophthalmus – Ursachen, Diagnose und Therapie

Der Begriff Exophthalmus beschreibt das Hervortreten des Augapfels aus der Augenhöhle. Abhängig von der Ursache, kann ein Exophthalmus einseitig oder beidseitig auftreten. Auch der Schweregrad und die damit verbundenen Symptome variieren. Leidest du an einer Vorwölbung der Augen, solltest du die zugrunde liegende Erkrankung durch einen Augenarzt ermitteln lassen. Mit der richtigen Therapie kann sich ein Exophthalmus zurückbilden. Hier erfährst du mehr zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Therapie.

Was versteht man unter Exophthalmus?

Der Exophthalmus wird auch als Protrusio bulbi bezeichnet. Bei einem Exophthalmus tritt der Augapfel (Bulbus) aus der Augenhöhle (Orbita) hervor. Die Lidspalte ist erweitert. Der Exophthalmus fällt in die Kategorie der Orbitopathien. Die Ursachen sind vielfältig. Deswegen handelt es sich nicht um eine eigenständige Erkrankung, sondern um ein Symptom für einen pathologischen Vorgang im Körper beziehungsweise im Bereich der Augenhöhlen. Tritt ein Exophthalmus auf, muss die Ursache abgeklärt werden, um die richtige Behandlung einleiten zu können. Du solltest einen Augenarzt konsultieren, der die Veränderung der Augen und der umgebenden Strukturen untersucht.

Was ist eine Orbitopathie?

Bei Erkrankungen der Augenhöhlen spricht man auch von Orbitopathien. Die Orbita (knöcherne Augenhöhle) bildet das Bett für Augenmuskeln und Augennerven, Gefässe, Binde- und Fettgewebe, die Tränendrüse sowie für den Augapfel. Ist eine dieser Strukturen krankhaft verändert und kommt es zu einer Schwellung, wird der Augapfel nach vorne gedrückt. Bei Schwellungen hinter dem Auge kann es sich um Entzündungen, Abszesse, Hämatome oder Tumore handeln. In solchen Fällen zeigt sich ein Exophthalmus nur auf der betroffenen Seite. Eine Zubildung hinter dem Augapfel kann ausserdem Druck auf den Sehnerv ausüben, was das Sehen beeinträchtigt. Andererseits kann die Orbitopathie endokrin bedingt sein. Hier kommt es aufgrund einer Autoantikörperbildung zur Schwellung des Gewebes und der Vorwölbung beider Augen.

Welche Symptome verursacht ein Exophthalmus?

Bei einem Exophthalmus können neben der deutlichen Vorwölbung der Augen weitere Symptome auftreten. Zum Beispiel kommt es zu Sehstörungen, wenn die Augenmuskeln oder Nerven beeinträchtigt werden. Hier ist insbesondere die Wahrnehmung von Doppelbildern zu nennen. Durch Druck, Verkrampfungen oder Entzündungen kann es ausserdem zu Rötungen und Schmerzen kommen. Da ein normaler Lidschluss häufig nicht mehr stattfinden kann, werden die Augen nicht ausreichend benetzt. Eine Austrocknung der Hornhaut des Auges kann die Folge sein. Auch besteht eine grössere Gefahr für Verletzungen, die eine Entzündung oder Ulzeration der Hornhaut verursachen können. Weitere Symptome hängen von der Art der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Bei welchen Erkrankungen tritt ein Exophthalmus auf?

Die häufigste Ursache für einen beidseitigen Exophthalmus ist der Morbus Basedow, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die mit einer Schilddrüsenüberfunktion verbunden ist. Diese endokrine Orbitopathie trifft häufig Frauen im Alter zwischen zwanzig und vierzig Jahren. Ausser dem Exophthalmus können folgende Symptome auf die Krankheit hindeuten:

  • Schwitzen
  • Unruhe und Nervosität
  • erhöhter Puls
  • Gewichtsabnahme
  • Haarausfall
  • Schilddrüsenvergrösserung

Zur Diagnose genügt ein Bluttest. Meist untersucht der Arzt die Schilddrüse aber auch sonografisch und mithilfe der Szintigrafie. Die Therapie des Morbus Basedow erfolgt zunächst mit Medikamenten wie Schilddrüsenblockern. Hilft dies nicht, kann die Schilddrüse operativ entfernt werden.

Wer behandelt einen Exophthalmus?

Stellst du Veränderungen an den Augen oder der umliegenden Strukturen fest, solltest du zunächst einen Augenarzt konsultieren. Ein leichtes Hervortreten des Augapfels ist nicht immer gleich ersichtlich. Ein Augenarzt nimmt Messungen an den Augen vor und beurteilt objektiv, ob eine Vorwölbung vorhanden ist. Folgende Symptome können einen beginnenden Exophthalmus anzeigen:

  • Augenschmerzen (ein- oder beidseitig)
  • Rötungen oder Juckreiz
  • vermehrtes Reiben der Augen
  • Veränderungen der Hornhaut
  • Sehstörungen
  • Lidschwellungen
  • gestörte Augenbewegung
  • Kopfschmerzen und Schwindel

Stellt der Augenarzt die Diagnose Exophthalmus, wird er weitere Untersuchungen vornehmen, um die Ursache herauszufinden. Bei Verdacht auf eine endokrine Orbitopathie solltest du einen Endokrinologen hinzuziehen.

Welche Untersuchungen an Augapfel und Augenmuskeln werden bei einem Exophthalmus durchgeführt?

Suchst du wegen des Verdachts auf einen Exophthalmus einen Augenarzt auf, misst er deine Augen zunächst mit einem Exophthalmeter aus. Der gemessene Wert ist der Abstand zwischen dem vordersten Punkt der Augenhöhle und der Hornhaut. Der Normwert liegt bei 16 Millimeter für Frauen und bei 17 Millimeter für Männer. Treten Unterschiede zwischen beiden Augen auf, ist das ein Grund für eine weitere Abklärung. Auch bei Werten, die deutlich über der Norm liegen (20 und höher), ist die Erforschung der Ursache angezeigt. Neben der Messung der Vorwölbung untersucht der Arzt ausserdem die Sehfähigkeit, das Gesichtsfeld und die Beweglichkeit der Augen sowie alle Strukturen der Augen. Besteht der Verdacht auf einen pathologischen Prozess hinter dem Augapfel, können weitere Untersuchungen wie Sonografie, CT oder MRT genutzt werden.

Wie erfolgt die Therapie eines Exophthalmus?

Ist Morbus Basedow die Ursache, muss diese Krankheit bekämpft werden, damit sich der Exophthalmus zurückbildet. Bei Erkrankungen der Augenhöhle richtet sich die Therapie ebenfalls nach dem Grund für die Schwellung. Bei Abszessen oder Phlegmonen setzt der Arzt beispielsweise Antibiotika ein. Tumore müssen chirurgisch entfernt werden. Egal, aus welchem Grund ein Exophthalmus auftritt, du solltest immer versuchen, die Hornhaut feucht zu halten. Hierzu kannst du Tränenersatzflüssigkeit verwenden. Bei guter Pflege und erfolgreicher Therapie der Grunderkrankung ist eine vollständige Rückbildung des Exophthalmus ohne Folgeschäden möglich.

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