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Myopiekontrolle – was kann sie bei Kindern und Jugendlichen bewirken?

Myopiekontrolle – was kann sie bei Kindern und Jugendlichen bewirken?

Myopiekontrolle oder Myopie-Management hat die Aufgabe, das Fortschreiten der Myopie, also der Kurzsichtigkeit zu verhindern. In der Tat ist in den westlichen Gesellschaften und in Asien während der letzten Jahrzehnte zu beobachten, dass ein Trend zu verstärkter Kurzsichtigkeit besteht. Zahlreiche Forschungsprojekte auf der ganzen Welt beschäftigen sich mit dem Phänomen, das sich nicht mehr allein durch Vererbung erklären lässt. Die Ergebnisse legen nahe, dass konkrete Massnahmen dazu beitragen können, diese Fehlsichtigkeit zu verhindern oder doch abzumildern. Die Myopiekontrolle als Therapie oder Prophylaxe sollte möglichst früh beginnen.

Welche unterschiedlichen Formen der Kurzsichtigkeit gibt es?

Myopie ist keine Krankheit, sondern eine Fehlsichtigkeit. Sie kann angeboren oder erworben sein. Kurzsichtige sehen auf kurze Distanz normal scharf, weiter entfernte Gegenstände dagegen erscheinen zunehmend unscharf und verschwommen. Der Grund dafür ist, dass das scharfe Bild nicht wie im Normalfall auf die Netzhaut projiziert wird – es entsteht davor. Diese Formen werden unterschieden:

  • Brechungsmyopie: In diesem Fall bricht der optische Apparat, bestehend aus Hornhaut, vorderer und hinterer Augenkammer, Linse und Glaskörper, das einfallende Licht zu stark.
  • Achsenmyopie: Der Augapfel ist zu lang. Das betrifft die weitaus meisten Fälle von Kurzsichtigkeit.
  • Eine besondere Form der Myopie entsteht durch den Keratokonus. Das ist eine seltene Erkrankung der Hornhaut. Sie wird im Verlauf immer dünner. Dann ist sie nicht mehr gleichmässig gerundet, sondern wölbt sich vor und bildet einen Konus. Dadurch entsteht unter anderem eine Kurzsichtigkeit.

Was verursacht das Längenwachstum des Augapfels?

Wenn wir in die grossen Kulleraugen eines Babys schauen, entsteht oft der Eindruck, diese hätten ihre endgültige Grösse erreicht. Tatsächlich wachsen die Augen nach der Geburt noch um etwa 25 Prozent. Der Augapfel wird dabei auch länger. Diese Entwicklung dauert bis zum Jugendalter an. Dies wird allerdings normalerweise ausgeglichen durch die abnehmende Brechkraft der Hornhaut. Wächst der Augapfel immer weiter, entsteht Myopie. Das Längenwachstum wird nur zu einem Teil von genetischen Faktoren beeinflusst. Das Tageslicht scheint eine Rolle zu spielen. Auch scheint eine verstärkte Akkomodation, das heisst, die lang anhaltende Einstellung des Auges auf nahe Objekte, das Längenwachstum zu fördern.

Welche Untersuchungen veranlassen Augenarzt oder Optiker bei vermuteter Fehlsichtigkeit?

Der Arzt oder Optiker prüft zunächst abwechselnd die Sehfähigkeit beider Augen, indem er einen Sehtest durchführt. Bei der Optometrie ermittelt er die Refraktion. Das Refraktometer projiziert Bilder auf die Netzhaut des Patienten. Nacheinander werden Gläser unterschiedlicher Stärken eingesetzt, bis das Bild scharf ist. Damit hat der Arzt den Wert der Korrektion in Dioptrien ermittelt.

Wie sehen die klassischen Methoden zur Korrektur von Myopie aus?

Mindestens zwei klassische Optionen stehen Augenärzten bereit, um eine Myopie zu korrigieren:

  1. Brillengläser zum Ausgleich der Myopie (sogenannte Minusgläser) oder entsprechende Kontaktlinsen: Nach innen gewölbte Gläser streuen die Lichtstrahlen und gleichen so den Abbildungsfehler aus.
  2. Bei einigen operativen Korrektur-Verfahren wird eine dünne Schicht der Hornhaut abgetragen, um ihre Brechkraft zu verringern. Eine andere Option ist das Implantieren einer dünnen Kontaktlinse aus Kollagen.

Warum ist es wichtig, der Neigung zu Myopieprogression entgegenzuwirken?

Auch wenn die reine Korrektur der Fehlsichtigkeit unproblematisch ist, kann Myopie doch zu gravierenden bleibenden Schäden führen. Durch das Wachstum des Augapfels wird die Netzhaut zunehmend gespannt und dadurch dünner. Die Gefahr von Rissen oder einer Netzhautablösung steigt. Ausserdem steigt das Risiko für ein Glaukom. Beides kann zur Erblindung führen.

Wie erkenne ich, ob mein Kind kurzsichtig wird?

Wenn dein Kind häufig blinzelt, die Augen zusammenkneift oder Schwierigkeiten mit der Konzentration hat, können das Anzeichen für eine beginnende Myopie sein. Das solltest du grundsätzlich ärztlich abklären lassen.

Wie kann ich durch Myopie-Management die Myopieprogression bei Kindern verhindern?

Um die Zunahme einer Myopie zu stoppen oder zu verlangsamen, ist es sinnvoll, verschiedene Massnahmen zu kombinieren:

  • Kinder sollten möglichst jeden Tag mehrere Stunden im Freien verbringen. Dort ist die Lichtstärke, selbst bei bedecktem Himmel, um ein vielfaches höher als in Räumen, auch wenn diese hell beleuchtet sind. So wird genügend Dopamin erzeugt, um den Wachstumsreiz auf den Augapfel zu vermindern.
  • Zu viel "Naharbeit" scheint sich ungünstig auszuwirken. Darauf deutet die Zunahme von Myopie bei Kindern im Schulalter hin. Das nahe Sehen beim Lesen, aber auch beim Spielen auf dem Smartphone oder Tablet, strengt das Auge an, weil sich dabei der Ziliarmuskel kontrahieren muss. Möglicherweise dient das Längenwachstum dem Ausgleich. Deshalb ist es sinnvoll, immer wieder das Auge beim Blick in die Ferne zu entspannen.
  • Orthokeratologische Kontaktlinsen werden ausschliesslich nachts getragen. Die besonders geformten stabilen Linsen flachen durch leichten Druck den mittleren Teil der Hornhaut ab. Diese Veränderung bleibt auch tagsüber bestehen. Durch die Hornhautveränderung scheint der Reiz zur Bildung der Myopie sich zu verringern.
  • Mit Atropin-Augentropfen ist Myopiekontrolle unter augenärztlicher Aufsicht möglich. Das Kind erhält dabei regelmässig eine sehr geringe Dosis des Medikaments.
  • Multifokale Gläser sollen dem Auge Nahstress ersparen.

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