Leider unterstützen wir Internet Explorer nicht mehr.

Bitte verwenden Sie Microsoft Edge, Google Chrome oder Firefox.

Zurück zur Artikelübersicht

Optometrie: Sehfunktionen messen und bewerten, Störungen erkennen

Die Optometrie ist die Wissenschaft der Messung und Auswertung von Sehfunktionen. Spezialisten für Messungen rund um Sehprobleme, Sehhilfen und Auffälligkeiten des Auges findest du beim Augenoptiker. Aber auch der Augenarzt kann Störungen feststellen und Sehfehler analysieren. Oft stecken Augenkrankheiten dahinter, wenn du eine Brille oder Kontaktlinsen benötigst. Aber nicht alle Fehlsichtigkeiten sind durch Krankheiten bedingt. Noch nicht alles klar? Dann lies weiter! Wir haben die wichtigsten Fragen rund um die Optometrie gesammelt und für dich beantwortet!

Welche Sehhilfen gibt es?

Der Begriff Sehhilfe ist zunächst einmal ein Sammelbegriff für alle Geräte und Vorrichtungen, die bei einer Störung der Sehfunktion helfen. In der Regel handelt es sich dabei um Linsen, also speziell geformte, transparente Körper, die die Lichtstrahlen ablenken, brechen, bündeln, streuen oder in sonstiger Art und Weise verändern. Wie genau die Sehhilfe aussieht, hängt davon ab, welche Einschränkungen du hast. Glas und transparente Kunststoffe lassen sich zwar in viele, nahezu alle beliebigen Formen bringen. Aber diese Formen müssen auch mit deinem Auge zusammengebracht werden:

  • Kontaktlinsen werden den ganzen Tag über auf dem Augapfel schwimmend getragen.
  • Brillen sind eine Alternative zu Kontaktlinsen, sind aber schwerer und unhandlicher.
  • Bildschirmlesegeräte sind im Prinzip Lupen, die vor einem Bildschirm angebracht werden und dir beim Lesen helfen.
  • Lupen sind Linsen in einem kleinen Rahmen, den du in der Hand halten kannst – das ist zum Lesen zu Hause okay, beim Einkaufen aber schon wieder lästig.
  • Elektronische Lupen sind elektronische Sehhilfen, die deinen Text mit der Kamera aufnehmen und ihn stark vergrössert auf einem integrierten Display wiedergeben.

Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Hilfsmittel für Menschen, deren Sehfunktionen eingeschränkt sind. Viele davon sind softwarebasiert, wie die Text-zu-Sprache-Funktion beim Computer, und nicht alle Sehhilfen werden von den Krankenkassen gezahlt oder bezuschusst.

Wie funktionieren Brillen und Kontaktlinsen?

Brillen und Kontaktlinsen sehen völlig unterschiedlich aus, funktionieren im Prinzip aber gleich. Die Brille besteht aus jeweils einer Linse pro Auge sowie einem tragenden Gestell, dem Rahmen. Der Rahmen hält die Linsen so vor den Augen, dass du immer hindurchsehen kannst. Bei Kontaktlinsen ist das Design minimalistisch: Der Rahmen entfällt, die winzigen Linsen schwimmen direkt auf dem Tränenfilm auf deiner Hornhaut. Obwohl moderne Kontaktlinsen mehr sind als kleine Brillenlinsen, funktionieren sie genauso wie die Brille: Sie brechen und fokussieren das Licht, sodass du Objekte und Schrift klar sehen kannst.

Was sind therapeutische Sehhilfen?

Therapeutische Sehhilfen sind Speziallinsen und Brillengläser, die eine Heilung leisten. Während die Brille oder die Kontaktlinse normalerweise das, was du siehst, schlicht scharf erscheinen lässt, sind therapeutische Sehhilfen dazu gedacht, Augenverletzungen und -erkrankungen zu heilen. Sie werden also nicht dauerhaft getragen, sondern nur während der Therapie. Das Ziel ist, dass danach keine Brille oder andere Sehhilfe mehr benötigt wird. Verschiedene Therapien können dabei Augenkrankheiten heilen. Therapeutische Sehhilfen sind aber auch solche, die die Augen vor einer Verletzung schützen, also präventiv getragen werden.

Welche Sehhilfen helfen bei welchen Störungen?

Die Optometrie hat viele Möglichkeiten, die Ursachen einer Fehlsichtigkeit herauszufinden. Der Augenoptiker erklärt dir genau, warum du eine Brille oder Kontaktlinsen tragen solltest:

  • Kurzsichtigkeit (Myopie): In der Nähe befindliche Gegenstände siehst du scharf, aber je weiter entfernt etwas ist, desto schlechter siehst du es. Brillen und Kontaktlinsen können Kurzsichtigkeit korrigieren, aber nicht heilen.
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie): Befinden sich Gegenstände weiter weg, siehst du scharf und deutlich. In der Nähe wird es jedoch verschwommen, denn deine Linsen bündeln die einfallenden Lichtstrahlen hinter der Netzhaut statt darauf. Brillen korrigieren diese Fehlsichtigkeit über Sammellinsen.
  • Alterssichtigkeit (Presbyopie): Normalerweise sehen Menschen sowohl in der Nähe als auch in der Ferne scharf, denn das Auge passt sich an und verändert die Linse, sodass die einfallenden Lichtstrahlen immer richtig gebündelt werden. Im Alter verlieren deine Augen diese Fähigkeit. Deshalb benutzen viele ältere Menschen eine Lesebrille, Gleitsichtbrillen oder Multifokalgläser. Kontaktlinsen sind in diesem Fall nicht zielführend. Wird die Alterssichtigkeit extrem, kann eine zusätzliche elektronische Lupe helfen.
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus): Angeboren oder erworben ist die Hornhaut bei manchen Menschen verkrümmt. Die Lichtstrahlen erscheinen nicht als Punkte, sondern als striche auf der Netzhaut. Eine Brille mit Zylindergläsern ist für die Korrektur der Sicht zielführend.

Was taugen Brillen vom Discounter?

Wenn du deine Sehschwäche genau kennst und weisst, ob du weit- oder kurzsichtig bist, und die korrekte Anzahl an Dioptrien kennst, kannst du durchaus eine Brille beim Discounter kaufen. Die Kaufhäuser bieten häufig Sehhilfen im Bereich von 0,25 bis 3,5 Dioptrien an, und zwar in der Regel für kurzsichtige Menschen. Bist du weitsichtig, hilft dir so eine Brille natürlich nicht. Benötigst du Gläser mit 4, 6 oder 8 Dioptrien, wird die Brille vom Discounter dir nur etwas Linderung verschaffen, aber noch kein konsequent scharfes Sichtbild generieren. Trotzdem: Wenn du im Urlaub deine Brille vergessen hast, ist so eine Sehhilfe besser als nichts!

Makuladegeneration – welche Sehhilfen helfen?

Eine Makuladegeneration ist oft altersabhängig. Zu den Symptomen gehört, dass alle Gegenstände, die man direkt anschaut, erst einmal verschwommen und verzerrt aussehen. Lesen oder gezieltes Erkennen von Gesichtern wird so langsam unmöglich. Eine Makuladegegeration ist grundsätzlich eine chronische Erkrankung. Sie ist auf eine Stoffwechselstörung zurückzuführen. Die Makula ist die Stelle der Netzhaut, die für scharfes Sehen wichtig ist. Degeneriert diese Stelle der Netzhaut, führt das zu Sehbehinderungen. Die Degeneration kann nicht geheilt, nur im Fortschreiten verlangsamt werden. Eine feuchte Makuladegeneration wird behandelt, indem Anti-VEGF-Präparate ins Auge gespritzt werden. Das verlangsamt die Krankheit und kann sogar zu einer kurzfristigen leichten Verbesserung der Sehkraft führen. Anfangs mag eine Brille noch helfen, später benötigen Menschen mit einer Makuladegeneration andere Sehhilfen:

  • Lupenbrillen
  • Bildschirmlesegeräte
  • Vergrösserungsprogramme
  • Sprachausgaben für den Computer

Was genau an Hilfsmitteln im Alltag Erleichterung bringt, ist individuell abhängig. Während manche Menschen gerne mit einem Bildschirmlesegerät arbeiten, fühlen sich andere mit der Sprachausgabe am Computer wohler. Optikfachgeschäfte, der Optometrist und Augenärzte beraten dich, welche Sehhilfen es gibt.

Sehfunktionen nach Schlaganfall eingeschränkt – ist die Wiederherstellung möglich?

Nach einem Schlaganfall haben viele Menschen erst einmal Sehstörungen. Lesen geht gar nicht mehr oder nur eingeschränkt, vielleicht siehst du Doppelbilder. In den Krankenhäusern werden die Sehprobleme behandelt, und auch im Anschluss gibt es geeignete Therapien. Du kannst deine Sehfähigkeit unter anderem mit Hilfe von speziellen Computerprogrammen so weit trainieren, dass du im Alltag komfortabel zurechtkommst. Eine Sehhilfe benötigst du in der Regel nicht. Allerdings solltest du bei den Therapien und Programmen darauf achten, dass die Anbieter eine entsprechende Zulassung haben oder die Wirksamkeit der Programme erwiesen ist.