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Winkelfehlsichtigkeit – die sieben wichtigsten Fragen zu Symptomen und Behandlung

Kopfschmerzen, Schwindel und schmerzende Augen – wer mit solchen Beschwerden zu kämpfen hat, sollte einen Augenarzt aufsuchen. Nicht selten verbirgt sich hinter den Symptomen ein unentdeckter Sehfehler. Wird eine Winkelfehlsichtigkeit diagnostiziert, ist eine Korrektur der Sehstörung mithilfe einer Sehhilfe zu empfehlen. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Winkelfehlsichtigkeit oder der im Fachjargon so genannten Heterophorie? Beim latenten Schielen, das bei manchen Menschen kaum auffällt, versuchen die Augen und das Gehirn permanent, Doppelbilder zu vermeiden. Wir beantworten dir in unserem Ratgeber die wichtigsten Fragen zum Thema und wie du schnell wieder ohne Beeinträchtigungen gut siehst.

Welche Ursachen hat die Winkelfehlsichtigkeit?

Deine Augen haben normalerweise die Fähigkeit, ein Bild identisch abzubilden und synchron zu agieren. Bei der Heterophorie weicht eines der Bilder durch die Fehlstellung eines Auges minimal vom Bild des anderen Auges ab. Solange diese Fehlstellung sehr klein ist, versuchen dein Auge und dein Gehirn permanent, diesen Fehler zu korrigieren und Doppelbilder zu vermeiden. Dies strengt deine Augen an und vor allem die Augenmuskeln haben keine Zeit, sich zu entspannen. Ursache hierfür ist meist eine unterschiedliche Länge der äusseren Augenmuskeln. Diese Störung des beidäugigen Sehens beeinträchtigt das räumliche Sehen und kann eine Vielzahl an weiteren Missempfindungen und Beschwerden verursachen.

Welche Symptome macht die Heterophorie?

Durch die Winkelfehlsichtigkeit sind deine Augen ständig überanstrengt. Werden die Symptome ignoriert oder es erfolgt keine Diagnostik, kann es zu einer dauerhaften Sehschwäche beider Augen kommen. Folgende Symptome und Beschwerden treten in Verbindung mit einer Weitfehlsichtigkeit auf:

  • schnell ermüdende Augen
  • gerötete Bindehaut
  • Kopfschmerzen
  • tränende Augen
  • brennende Augen
  • Druckgefühl im Auge
  • Lichtempfindlichkeit
  • Flimmern und zeitweise unscharfes Sehen
  • Übelkeit
  • Verspannungen in Schulter, Nacken und Rücken
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit
  • gestörtes räumliches Sehen
  • gestörte Hand-Auge-Koordination

Warum gehören Kopfschmerzen zu den häufigsten Beschwerden?

Durch die andauernde Überanstrengung der Augen entstehen leicht Kopfschmerzen. Ebenso versucht dein Gehirn andauernd die unterschiedlichen Bilder deiner Augen zu synchronisieren. Dies ist auf Dauer sehr anstrengend und kann Migräneschübe und auch Clusterkopfschmerzen verursachen. Die Winkelfehlsichtigkeit gehört daher zu den häufigen Ursachen von Kopfschmerzen.

Wie wird die Heterophorie behandelt?

Diese Art der Fehlsichtigkeit lässt sich relativ einfach mit einer Sehhilfe korrigieren. Hierfür wird das Brillenglas in eine Richtung etwas stärker angefertigt. Die Form des Brillenglases ähnelt einem Prisma, weshalb es auch "prismatisches Brillenglas" oder Prismenbrille genannt wird. Die Prismenbrille korrigiert die Abweichung deiner Augen und bringt sie wieder auf eine gemeinsame Achse. Die Prismenbrille verschiebt die Bilder deiner Einzelaugen, sodass das räumliche Gesamtbild wieder übereinstimmt. Nur so ist das stereoskopisches Sehen mit beiden Augen wieder möglich ist.

Mit welchem Sehtest wird die Diagnose gestellt?

Der Optiker oder Augenarzt wendet Sehtests an, um die Winkelfehlsichtigkeit zu diagnostizieren. Er ist bei der Diagnosestellung auf deine Beschreibung deines Seheindrucks angewiesen. Zur Messung der Winkelfehlsichtigkeit wird die Mess- und Korrektionsmethodik nach Hans-Joachim Haase (MKH-Methode oder Pola-Test) herangezogen. Der Arzt oder Optiker zeigt dir unter Einsatz eines Polatest-Sehprüfgeräts unterschiedliche Testbilder. Die Bilder bestehen aus zwei Teilen mit einem polarisierenden Filter, der Licht in verschiedenen Wellenlängen ausstrahlt. Das Testbild besteht beispielsweise aus einem waagerechten und einem senkrechten Balken. Wenn du das Bild mit beiden Augen synchron betrachtest, siehst du mit gesunden Augen ein Kreuz. Siehst du das Kreuz in sich verschoben, leidest du unter einer Winkelfehlsichtigkeit. Zudem führen der Optiker oder Augenarzt noch weitere Messungen und Untersuchungen durch, um andere Augenkrankheiten auszuschliessen. Auch mit dem Abdecktest wird Winkelfehlsichtigkeit diagnostiziert. Ein abgedecktes Auge korrigiert sich selbst unter der vorgehaltenen Hand in seine Lieblingsposition. Wird die Hand entfernt, erkennt der Augenarzt die Fehlstellung. Mit dem Abdecktest kann ebenso der Schielwinkel festgestellt werden. Mit verschiedenen Instrumenten wird der Korrekturwinkel bestimmt, den das Auge ausführen muss, um aus seiner Lieblingsstellung heraus mit dem zweiten Auge gemeinsam zu agieren.

Kann man bei Winkelfehlsichtigkeit eine Gleitsichtbrille tragen?

Wer zum ersten Mal eine Gleitsichtbrille benötigt, hat häufig Probleme mit der Eingewöhnung. Du musst deinen Kopf mitdrehen und kannst nicht mehr nur aus den Augenwinkeln schauen. In den meisten Fällen gewöhnst du dich nach wenigen Tagen an die Gleitsichtbrille. Solltest du aber nachhaltig Probleme haben und treten sogar Kopfschmerzen und Übelkeit auf, empfiehlt sich ein Test auf Winkelfehlsichtigkeit. Meist stimmen durch die Heterophorie die Durchblickpunkte deiner Augen bei den Brillengläsern nicht, was sich bei der Gleitsichtbrille besonders bemerkbar macht. Der Optiker muss dir dann eine prismatische Gleitsichtbrille anpassen, damit deine Augen synchron zueinander sehen können.

Kann man bei Heterophorie Kontaktlinsen tragen?

Die Winkelfehlsichtigkeit ist eine Sehstörung, die leider nicht durch Kontaktlinsen korrigiert werden kann. Betroffene müssen nach wie vor auf eine Brille zurückgreifen. Allerdings können Winkelfehlsichtige kurzfristig beispielsweise für Sportaktivitäten Kontaktlinsen nutzen, die Kurz- und Weitsichtigkeit sowie Hornhautverkrümmungen korrigieren.

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