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Wie funktioniert das Auge?

Das komplexeste Sinnesorgan im menschlichen Körper ist das Auge. Seine Wahrnehmung ist so präzise, dass es pro Sekunde zehn Millionen Sinnesreize aufnehmen und an das Gehirn weiterleiten kann. Darüber hinaus kann das Auge bis zu 600.000 verschiedene Farbschattierungen unterscheiden. Damit schlägt es so manche hochmoderne Kamera um Längen. Doch wie funktioniert das Auge, was passiert, wenn es in seiner Funktionsweise beeinträchtigt wird und wie können Brillen helfen?

Wie ist der Aufbau des Auges?

Das Auge ist kugelförmig und hat im Schnitt einen Durchmesser von etwa 22 Millimetern. Dieser sogenannte Augapfel ist von drei Hautschichten umgeben. Die äusserste Schicht bildet die Lederhaut. Im vorderen Bereich des Auges befindet sich statt der Lederhaut die Hornhaut, die lichtdurchlässig ist. Unterhalb der Lederhaut befindet sich die Aderhaut. Sie ist von feinen Gefässen durchzogen. Diese sind lebenswichtig für das Auge, da sie es mit Energie und Sauerstoff versorgen. Die letzte der drei Hautschichten ist die Netzhaut oder auch Retina. Nach innen schliesst sich an die Netzhaut der Glaskörper des Auges an. Er füllt den Raum zwischen Netzhaut und Linse aus und gibt dem Augapfel seine Form. Der Glaskörper ist von einer dünnen Membran umschlossen. Sein Inneres ist mit einer gelartigen Substanz gefüllt, die zu 98 Prozent aus Wasser besteht. Der Rest setzt sich aus Hyaluronsäure und Kollagenfasern zusammen.

Was passiert, wenn Licht auf die Hornhaut trifft?

Die Hornhaut besteht aus extrem fein verwobenen Kollagenfasern, die eine etwa einen halben Millimeter dicke Kuppel bilden. Sie ist für das Sehen unerlässlich. Denn treffen Lichtstrahlen auf die Hornhaut, werden die gebündelten Strahlen mit einer Brechkraft von 43 Dioptrien gebrochen. Sie ist damit die erste Voraussetzung dafür, dass du scharf sehen kannst. Ohne diese Bündelung und Brechung der Lichtstrahlen wäre es schwierig, ein Bild auf der Netzhaut abzubilden. Zwischen der Hornhaut und Regenbogenhaut liegt die vordere Augenkammer.

Welche Funktion übernehmen Pupille und Linse?

Die Pupille wird von der Regenbogenhaut oder auch Iris gebildet. Es handelt sich dabei um die Öffnung in der Mitte der Iris. Die Regenbogenhaut ist mit Farbpigmenten durchzogen, die deine Augenfarbe ausmachen. Nur die Pupille ist völlig frei von Farbpigmenten. Hier müssen die Lichtstrahlen hindurch, um sie auf der Netzhaut abzubilden. Würdest du dein Auge mit einer Kamera gleichsetzen, dann wären Iris und Pupille die Blende. Mithilfe von zwei Muskeln kann Iris bei Bedarf die Pupille enger stellen oder weiten, je nachdem wie viel Licht gerade benötigt wird. Die Information erhält die Iris direkt von der Netzhaut, da sie mit ihr in Verbindung steht. Neben den Lichtverhältnissen können auch sexuelle Erregung, Angst oder Rauschmittel die Pupillenstellung beeinflussen. Hinter der Regenbogenhaut liegt die hintere Augenkammer, dahinter folgt die Augenlinse. Hierbei handelt es sich physikalisch betrachtet um eine Sammellinse. Das heisst, sie bündelt die Lichtstrahlen, die durch die Pupille hindurch in das Auge gelangen. Diese Linse ist ebenfalls mit Muskeln verbunden, die Ziliarmuskeln heissen. Je nach Bedarf biegen oder entspannen sie die elastische Augenlinse, um die Brechkraft anzupassen. Sie sind damit für die Akkommodation oder auch Schärfeanpassung des Auges verantwortlich.

Was ist die Aufgabe der Netzhaut im Auge?

Die Netzhaut oder auch Retina gilt aufgrund der unzähligen Nerven- und Sinneszellen als vorgeschalteter Teil des Gehirns. Diese leicht zerreissbare, maximal 0,5 Millimeter dünne Hautschicht ist für das Sehen unerlässlich. Denn erst hier werden die aufgenommenen Reize verarbeitet. Auf der Netzhaut befinden sich zwei verschiedene Arten von Sinneszellen, die Stäbchen und Zapfen. Die rund 120 Millionen Stäbchen sind für die Wahrnehmung von Hell und Dunkel verantwortlich, während die sieben Millionen Zapfen auf der Netzhaut auf verschiedene Wellenlängen der eintretenden Lichtstrahlen reagieren und so das Farbensehen ermöglichen.

Wie gelangen die Informationen vom Auge zum Gehirn?

Damit du sehen kannst, müssen die aufgenommen Informationen vom Auge zum Gehirn gelangen. Dazu wandeln die Sinneszellen auf der Retina die Lichtreize in elektrische Impulse um. Diese können dann über den Sehnerv, der die Verbindung zwischen Auge und Gehirn darstellt, weitergeleitet werden. Das Gehirn verarbeitet die empfangenen Informationen zu einem Bild.

Welche Probleme können Beeinträchtigungen einzelner Augenbestandteile verursachen?

Häufige Probleme sind Kurz- oder Weitsichtigkeit. Bei der Kurzsichtigkeit können Betroffene Objekte in der Nähe gut erkennen, jedoch weiter Entferntes nur unscharf sehen. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse darüber hinaus an Elastizität, wodurch die Anpassung erschwert wird. Diese Fehlsichtigkeit kann in der Regel jedoch mit Brillengläsern in der passenden Stärke behoben werden. Weitere Erkrankungen, die das Sehvermögen beeinträchtigen können, sind:

  • Makuladegenration, eine degenerative Erkrankung der Netzhaut
  • Hornhautkrümmung
  • Grüner Star, Glaukom
  • Grauer Star
  • durch Diabetes bedingte Netzhauterkrankung (Diabetische Retinopathie)

Warum fallen Sehstörungen häufig erst spät auf?

Sehstörungen wie Weitsichtigkeit fallen oft später auf, weil sich deine Augen gegenseitig beim Sehen unterstützen. Lässt die Sehschärfe auf einem Auge nach, kompensiert das andere Auge diese Sehschwäche. Der Betroffene merkt dabei nichts von diesen Anpassungen. Erst wenn beide Augen betroffen sind oder die Sehschwäche zu stark ausgeprägt ist, macht sich die beeinträchtigte Wahrnehmung bemerkbar. Daher ist es wichtig, deine Augen in regelmässigen Abständen von einem Augenarzt untersuchen zu lassen.

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