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Stauungspapille: Symptome, Ursachen und Behandlung von Papillenödemen

Stauungspapillen können für die Betroffenen schwerwiegende Komplikationen und Beschwerden nach sich ziehen. Häufig verursachen ernstzunehmende Grunderkrankungen die Schwellungen an den Papillen der Augen. Woran du Papillenödeme erkennen kannst, welche Diagnostik und Behandlungsmethoden es gibt, wie die Prognose für einen Therapieerfolg bei frühzeitiger Entdeckung stehen und viele weitere wichtige Informationen zum Thema erhältst du im nachfolgenden Artikel.

Was sind Stauungspapillen?

Als Stauungspapille bezeichnet der Arzt eine Schwellung an der Papille. Wenn diese Schwellung durch Wasseransammlung entsteht, dann bezeichnet man sie auch als Papillenödem. Die Papille ist die Austrittsstelle des Sehnervs aus der Augenhöhle. Die Sehnerven verlaufen von dort zum Gehirn, wo die Informationen weiterverarbeitet und Bilder ausgewertet werden. Da sich auf der Netzhaut in Höhe der Papille keine Rezeptoren befinden, die auf einen Lichtreiz reagieren könnten, bezeichnet man diese Region auch als blinden Fleck. Die Informationen über die Sehbahnen verlaufen dabei nicht nur in eine Richtung, das Gehirn kann ebenso auf diesem Weg Informationen und Befehle an die Augen weiterleiten. Kommt es zu einer Schwellung, die auf die Papille drückt, kann das den Informationsfluss behindern und diverse Symptome und Beschwerden verursachen.

Welche Symptome können sich zeigen?

Häufig verursacht ein erhöhter Hirndruck eine Stauungspapille. Daher sind typische Symptome eines Papillenödems unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Das Papillenödem hat anfangs in der Regel keinen Einfluss auf das Sehvermögen. Sehstörungen treten erst im späteren Verlauf auf, wenn der Sehnerv über einen längeren Zeitraum eingeklemmt und aus diesem Grund entweder unterversorgt oder in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Folgende Sehstörungen können sich dann abzeichnen:

  • Doppelt oder verschwommen sehen
  • Ausfälle im Gesichtsfeld
  • Augenflimmern
  • In einigen Fällen: vorübergehende Erblindung

Da Stauungspapillen teilweise über einen längeren Zeitraum keine Symptome verursachen, bleiben sie häufig lange unentdeckt. Das erschwert die Früherkennung und Diagnostik erheblich. Bei einigen verlaufen Papillenödeme sogar lange Zeit völlig schmerzfrei, bis schliesslich die Sehstörungen einsetzen.

Welche Erkrankungen können ein Papillenödem verursachen?

Einer der häufigsten Gründe für Stauungspapillen ist, wie bereits erwähnt, ein erhöhter Hirndruck. Bei einem gesunden Erwachsenen sollte der Hirndruck im Liegen zwischen acht und zehn Millimeter Quecksilbersäule betragen. Liegt der Wert darüber, können verschiedene Erkrankungen und Ursachen infrage kommen:

  • Tumore, Abszesse oder Zysten im Gehirn
  • Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) und der Hirnhaut (Meningitis)
  • Missbildungen des Schädels
  • Gestörter Abfluss der Gehirnflüssigkeit
  • Besonders starker, unkontrollierter Bluthochdruck
  • Ein schwerer Schlag oder Sturz auf den Kopf zum Beispiel infolge eines Unfalls
  • Hirnblutung

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Stauungspapillen können einen schweren Verlauf nehmen, zu einer dauerhaften Schädigung der Augen führen und sogar tödlich enden. Häufige Komplikationen, die bei einem unbehandelten Papillenödem auftreten können, sind:

  • Optikusatrophie: Dabei kommt es zu einem Absterben und Verlust der Nervenfasern des Sehnervs.
  • Retrobulbärneuritis: Darunter versteht der Mediziner eine Entzündung der Sehnerven. Daher ist es wichtig, diese möglichst frühzeitig zu behandeln. Wenn du eine der oben genannten Symptome beobachtest oder eine der Ursachen möglicherweise in deinem Fall infrage kommt, solltest du unverzüglich einen Facharzt aufsuchen.

Wie werden Stauungspapillen diagnostiziert?

Besteht der Verdacht auf ein Papillenödem, muss sich der Arzt das Augeninnere ansehen. Dazu stehen ihm verschiedene Verfahren zur Verfügung. Eine Methode ist die Nutzung eines Ophthalmoskops. Mit diesem Gerät kann der Arzt durch die zuvor geweitete Pupille in das Innere des Auges leuchte, um sich den Augenhintergrund anzusehen. Sollten die Papillen geschwollen sein, zeichnen sie sich deutlich ab. Darüber hinaus gibt es in der Diagnostik die Möglichkeit der Ultraschalluntersuchung. Dieses Diagnoseverfahren ist schnell, unkompliziert und schmerzfrei. Wenn eine Schwellung an den Papillen vorliegt, geht es anschliessend darum, die Ursache zu finden, denn nur so ist eine Therapie wirklich möglich. Als erstes klärt der Arzt ab, ob der Patient möglicherweise vor kurzem eine Verletzung im Kopfbereich hatte. Ist dies nicht der Fall, müssen andere Ursachen abgeklärt werden. Dazu bieten sich verschiedene Verfahren der Diagnostik an. Eine Probe des Nervenwassers kann Aufschluss darüber geben, ob entzündliche Prozesse oder andere Veränderungen im Gehirn für die Schwellungen verantwortlich sind. Darüber hinaus können auch bildgebende Verfahren wie Computertomografie oder Magnetresonanztherapie sinnvoll sein.

Welche Therapien kommen zur Behandlung infrage?

Die Behandlung von Stauungspapillen richtet sich stark nach der Ursache. Denn nur wenn die Grunderkrankung behandelt wird, kann die Therapie erfolgreich sein. Ist die Ursache eine Meningitis, Enzephalitis oder ein anderer entzündlicher Prozess im Gehirn, kommen entsprechende entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Darüber hinaus können sogenannte Carboanhydrasehemmer ebenfalls dazu beitragen, den Druck zu senken. Hierbei handelt es sich um Wirkstoffe, die die Aktivität des Enzyms Carboanhydrase herabsetzen. Auf diese Weise verhindern sie die Wiederaufnahme von Wasser und senken so die Gehirnflüssigkeit. Bei unklarer Ursache können vorübergehend auch Steroidhormone helfen, den Druck zu senken.

Wann ist eine Operation geboten?

Sollte die Ursache ein Tumor, Abszess, Zyste oder eine andere Art der Raumforderung im Gehirn sein, wäre eine Operation oder Chemotherapie denkbar. Diese Optionen müssten dann im Einzelfall mit dem Facharzt geklärt werden. Ein chirurgischer Eingriff kann ebenfalls erfolgen, wenn die medikamentöse Behandlung keinen Erfolg zeigt oder der Hirndruck bedrohlich ansteigt.

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